Diagnose und Therapie von Blutungsstörungen

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Bei übermäßig starken Monatsblutungen spricht der Arzt von Hypermenorrhoe. Sollten Sie mehr als fünf Monatsbinden täglich brauchen, oder ist Ihr Tampon bereits vollgezogen, obwohl noch keine zwei Stunden nach dem Einführen vergangen sind, ist zu vermuten, dass der Blutverlust mehr als 150 Milliliter beträgt. Auch wenn Sie größere Blutklümpchen vorfinden, sollten Sie sich untersuchen lassen.

Ist Ihre Monatsblutung stark und dauert länger als sechs Tage, spricht der Mediziner von Menorrhagie.

Tritt bei Ihnen neben der üblichen Monatsblutung zusätzlich eine Blutung über mehrere Tage auf, so spricht man von Metrorrhagien.

Schmerzhafte Monatsblutungen, die Dysmenorrhoe, führen zu einem Gefühl des Krankseins.

Die Ursachen dieser Blutungsanomalien sollten Sie stets durch eine ärztliche Untersuchung abklären lassen, selten steckt eine bösartige Veränderung dahinter.

Starke Regelschmerzen, die bis zur Arbeitsunfähigkeit führen, sind ungefährlich, trotzdem sehr unangenehm. Diese mindern die Lebensqualität ebenso wie zu starke und zu lang andauernde Blutungen. Allerdings kommt hier hinzu, dass der hohe Blutverlust  zu Kreislauf-Problemen, Blutarmut, Eisenmangel, Müdigkeit, Leistungsverlust und sogar Bettlägerigkeit führen kann.

Es gibt verschiedene Gründe für diese Blutungsanomalien:

Relativ häufig kommen gutartige Wucherungen (Myome) in der Gebärmutter vor. So lange sie keine Beschwerden verursachen, merken Sie nichts davon. Führen diese Wucherungen aber zu Blutungen oder drücken auf benachbarte Organe, müssen die Myome operativ entfernt werden.

In der Gebärmutter können sich auch sehr unterschiedliche gutartige Ausstülpungen (Polypen) bilden, die oftmals keine Beschwerden verursachen.

Selbst die Schleimhaut der Gebärmutter kann Wucherungen über sich hinaus entwickeln. Diese Wucherung außerhalb der Gebärmutter (Endometriose) ist gutartig, kann jedoch schmerzhaft sein und starke Regelschmerzen verursachen (Dysmenorrhoe).

Neben diesen körperlichen Ursachen gibt es mehrheitlich die hormonell bedingten: Die Gebärmutterschleimhaut ist sehr sensibel und reagiert auf kleinste Hormonschwankungen und Umwelteinflüsse. Bisher gelang es noch nicht, alle Umstände festzustellen, die die Regelmäßigkeit der Menstruationsblutung beeinflussen. Zu den diagnostizierten Hormonstörungen gehören:

Häufig liegt auch ein völlig normaler Hormonbefund vor, aber die betroffenen Frauen leiden trotzdem unter unregelmäßigen Blutungen.

 

Wie kann man die Ursachen von Menstruationsstörungen erkennen?

Um körperliche Ursachen zu finden, wird einerseits die Ultraschalluntersuchung eingesetzt. Andererseits hat es sich als besser herausgestellt, eine Gebärmutterspiegelung unter Narkose vorzunehmen, um die genauen körperlichen Bedingungen abzuklären. Diese ambulante Methode dauert etwa fünf Minuten, trotzdem können so Myome, Polypen, und Verwachsungen, sogar bösartige Veränderungen recht einfach entdeckt werden.

Sind solche körperlichen Ursachen vorhanden, können diese entweder sofort dabei oder während eines zweiten Eingriffs entfernt werden.

Finden sich bei dieser Hysteroskopie keine Auffälligkeiten, so sind körperliche Ursachen einer Menstruationsstörung fast immer ausgeschlossen.

Bei möglichen bösartigen Veränderungen wird eine Gewebeprobe entnommen und untersucht. Dieser Eingriff (Abrasio) erfolgt  während der ersten Gebärmutterspiegelung. Sind alle anderen möglichen körperlich bedingten Ursachen ausgeschlossen, ist die Menstruationsstörung sehr wahrscheinlich auf Unregelmäßigkeiten im hormonellen Bereich zurückzuführen – wie es in der Mehrzahl aller Menstruationsstörungen der Fall ist.

 

Therapiemöglichkeiten:

Wie oben erwähnt, können gutartige körperliche Veränderungen operativ entfernt werden, wobei die Gebärmutter erhalten bleibt:

Bei gutartigen Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle ist es üblich, diese bei einer Bauchspiegelung z.B. mit Laser oder Hochfrequenzstrom abzutragen.

Ist eine hormonelle Behandlung erfolglos oder kann aufgrund von Nebenwirkungen nicht durchgeführt werden, gibt es noch operative Methoden:

In beiden Fällen kommt im mic.ma.mainz die minimal invasive Chirurgie zum Einsatz.